Was ist die Claude-API von Anthropic?
Anthropic ist das Unternehmen hinter den Claude-Modellen, die Claude-API ist die Schnittstelle dazu. Technisch ist sie eine REST-Schnittstelle: Deine Anwendung schickt eine Anfrage als JSON an einen Endpunkt, die Antwort kommt ebenfalls als JSON zurück. Eine Anfrage besteht im Kern aus einer Abfolge von Nachrichten mit Rollen, einer Systemanweisung, die Rolle und Grenzen setzt, und einer Obergrenze für die Länge der Antwort. Anthropic stellt dafür eigene SDKs für mehrere Programmiersprachen bereit, die Kopfzeilen, Wiederholversuche und Streaming übernehmen. Für eine Website heißt das: Die API ist kein fertiges Produkt, sondern ein Baustein, um den herum die eigentliche Funktion erst gebaut wird.
Wofür lässt sich die Claude-API auf einer Website nutzen?
Für vier Dinge, die in der Praxis immer wiederkehren: einen Assistenten, der Fragen auf Basis der eigenen Inhalte beantwortet; Zusammenfassungen langer Texte, Dokumente oder Datenblätter; Vorschläge für die Redaktion im Backend, etwa Titel, Kurzbeschreibung oder Alternativtext; und die Klassifikation eingehender Anfragen, damit ein Formular im richtigen Postfach landet. Gemeinsam ist allen vieren, dass das Modell mit Text arbeitet, den es bekommt — nicht mit Wissen, das es angeblich schon hat. Die buchbaren Leistungen dahinter sind KI-Chatbots und KI & Automation; diese Seite beschreibt die Schnittstelle darunter.
Woher weiß das Modell etwas über meine Website?
Gar nicht — und das ist der wichtigste Punkt auf dieser Seite. Ein Sprachmodell kennt deine Preise, Öffnungszeiten, Produktdaten und Ansprechpartner nicht. Damit eine Antwort stimmt, müssen die passenden Ausschnitte aus deinen eigenen Inhalten mit der Anfrage mitgeschickt werden. Der Weg dahin führt über zwei Bausteine, die ohnehin gebraucht werden: einen Suchindex, der zu einer Frage die passenden Abschnitte findet, und saubere Strukturen im CMS, aus denen sich diese Abschnitte überhaupt schneiden lassen. Das Modell formuliert dann aus dem, was es bekommen hat. Ohne diesen Unterbau bekommst du flüssige Sätze ohne Deckung — und genau daran scheitern die schnellen Versuche.
Wo gehört der API-Schlüssel hin?
Ausschließlich auf den Server. Die Website spricht nie direkt mit dem Anbieter, sondern mit einem eigenen Endpunkt auf deiner Domain; erst dieser Endpunkt setzt den Schlüssel in die Kopfzeile der Anfrage und reicht sie weiter. Läge der Schlüssel im Frontend, könnte ihn jeder Besucher aus dem Quelltext oder aus dem Netzwerkverkehr lesen und auf deine Rechnung Anfragen stellen. Anthropic dokumentiert dazu, dass Schlüssel in der Console erzeugt werden, dabei ein Ablaufdatum bekommen und sich über Workspaces nach Anwendungsfall trennen lassen. Im Projekt liegt der Schlüssel in der Umgebungskonfiguration und nie im Quelltext-Repository.
Wie behält man die Kosten im Griff?
Abgerechnet wird nach Token — der Einheit, in die Text vor der Verarbeitung zerlegt wird, für die Eingabe wie für die Ausgabe. Daraus folgen die Stellschrauben: eine Obergrenze für die Antwortlänge, ein Kontext, der nur die wirklich passenden Ausschnitte enthält statt der halben Website, und eine Begrenzung der Anfragen je Besucher und Zeitfenster. Anthropic stellt zum Schätzen einen eigenen Endpunkt zum Zählen von Token bereit und dokumentiert Ausgabenlimits sowie Grenzen für Anfragen und Token pro Minute, die sich im Konto einsehen lassen. Konkrete Preise nennen wir hier bewusst nicht — sie ändern sich, und was für dein Projekt gilt, steht in deinem Vertrag.
Wie verlässlich sind die Antworten?
Ehrliche Antwort: nicht verlässlich genug für Auskünfte, die verbindlich sein müssen. Ein Sprachmodell erzeugt plausiblen Text, und plausibel ist nicht dasselbe wie richtig. Für Preise, Termine, Verfügbarkeiten und rechtliche Aussagen bauen wir deshalb keinen Formulierungsautomaten, sondern holen die Angabe aus der Datenquelle und lassen das Modell höchstens den Satz drumherum bauen. Wo das nicht geht, gehört eine Prüfung dazwischen — durch einen Menschen oder durch eine Regel, die eine Antwort ohne Beleg gar nicht erst ausspielt. Dazu kommt ein sichtbarer Hinweis, dass hier ein Assistent antwortet, und ein Weg zu einem Menschen.
Was ist beim Datenschutz zu klären?
Der Kern ist schnell gesagt: Was in die Anfrage geht, verlässt deinen Server. Daraus folgt Datensparsamkeit — in den Kontext gehört, was für die Antwort gebraucht wird, und personenbezogene Daten gehören nur hinein, wenn es ohne sie nicht geht. Vor dem Start klären wir außerdem die Auftragsverarbeitung mit dem Anbieter, die Frage, welche Eingaben überhaupt protokolliert werden und zu welchem Zweck, und die Löschfristen dafür. Wenn Besucher frei tippen können, kommt eine Hinweiszeile ans Eingabefeld, weil Menschen dort sonst Dinge hineinschreiben, die niemand verarbeiten möchte. Wie wir das im Projekt einordnen, steht im Stack unter Sicherheit & Datenschutz. Eine Rechtsberatung ist das ausdrücklich nicht.
Lässt sich die Claude-API in TYPO3, WordPress oder Statamic integrieren?
Ja, in allen drei Systemen — und wir bauen die Anbindung jeweils selbst mit den Bordmitteln des Systems. Der Aufbau ist überall derselbe: Eine eigene Route auf deiner Domain nimmt die Anfrage des Besuchers entgegen, prüft und begrenzt sie, holt die passenden Inhalte dazu, setzt den Schlüssel und spricht mit dem Anbieter. In TYPO3 entsteht dafür eine eigene Extension mit einer Middleware oder einer Controller-Route, der Schlüssel liegt in der Extension-Konfiguration oder in einer Umgebungsvariablen, das Frontend rendert Fluid. In WordPress bauen wir ein eigenes Plugin statt Theme-Code, mit einer eigenen REST-Route und dem Schlüssel als Konstante in der wp-config.php oder als Umgebungsvariable. In Statamic liegt Laravel darunter: eine Route plus Controller, der Schlüssel in der .env, Antlers oder Blade fürs Frontend.