Was ist AVIF?
AVIF (AV1 Image File Format) ist ein offenes Bildformat, das die Kompression des AV1-Videocodecs auf Einzelbilder anwendet und sie in einem HEIF-Container ablegt. Die Alliance for Open Media hat es 2019 veröffentlicht und gibt über 50 Prozent kleinere Dateien gegenüber JPEG an, bei vergleichbarer sichtbarer Qualität. Dazu kommen Transparenz über einen Alpha-Kanal, HDR mit 10- und 12-Bit-Farbtiefe und Animation in einer einzigen Datei. siteway_ liefert AVIF als erste Quelle in jedem picture-Element aus.
Welche Browser unterstützen AVIF?
Alle großen: Chrome seit Version 85 (2020), Firefox seit 93 (2021), Safari seit 16.1 (2022) und Edge seit 121 (Januar 2024). Auf mobilen Geräten ist AVIF ab Android 12 und iOS 16 dabei; die Alliance for Open Media nennt AVIF entsprechend als von allen großen Browsern unterstützt. Nach den Zahlen von caniuse.com liegt die weltweite Abdeckung bei rund 94 bis 95 Prozent. Die verbleibende Lücke ist klein, aber real — deshalb liefert siteway_ immer WebP und ein JPG oder PNG als Fallback mit. Ohne Fallback sieht ein Browser ohne AVIF-Unterstützung kein Bild, sondern gar nichts.
AVIF oder WebP — was nehme ich wofür?
Wenn du über ein picture-Element ausliefern kannst, nimm beides: AVIF als erste Quelle für die stärkste Kompression, WebP als zweite Quelle für alles, was AVIF nicht darstellt. Der Browser prüft von oben nach unten und lädt genau eine Datei — Mehraufwand entsteht nur im Build, nicht beim Besucher. Nur wenn wirklich ein einziges Format möglich ist, etwa bei Uploads in ein System ohne picture-Unterstützung oder in einer E-Mail, ist WebP die sicherere Wahl, weil es praktisch überall läuft. siteway_ entscheidet das pro Einbau statt pauschal.
Kann AVIF Transparenz, Animation und HDR?
Ja, alle drei. AVIF hat einen Alpha-Kanal wie PNG, kann mehrere Bilder in einer Datei speichern und damit Animation wie ein GIF, und es unterstützt High Dynamic Range mit 10 und 12 Bit Farbtiefe sowie einen weiten Farbraum. Praktisch heißt das: Ein freigestelltes Produktbild oder ein Logo mit weichen Kanten braucht kein schweres PNG mehr. siteway_ erzeugt für solche Motive trotzdem ein PNG als Fallback statt eines JPG, weil JPEG keine Transparenz kann und der Freisteller sonst auf falschem Grund landet.
Hat AVIF Nachteile?
Drei, die man kennen sollte. AVIF rendert nicht progressiv: Die Datei muss vollständig geladen sein, bevor das Bild erscheint — ein halb geladenes AVIF zeigt nichts. Das Dekodieren kostet mehr Rechenzeit als bei JPEG, was auf sehr schwachen Geräten spürbar werden kann. Und das Kodieren dauert länger, was allerdings nur die Build-Zeit betrifft und nicht den Besucher. Gegen alle drei hilft dieselbe Disziplin: passende Bildbreiten statt Riesendateien, feste width- und height-Attribute und ein sauberer Fallback.
Mit welchen Einstellungen erzeugt siteway_ AVIF-Dateien?
Über sharp, eine schnelle Bildbibliothek für Node.js, direkt im Build. Aus jedem Original entstehen AVIF, WebP und ein JPG- oder PNG-Fallback in den Breiten 480, 800 und 1.200 Pixel. AVIF läuft dabei auf Qualitätsstufe 60 bis 62 — deutlich niedriger als die Stufe, die ein JPG für dieselbe Optik braucht, weil die AV1-Kompression auch bei niedrigen Stufen sauber bleibt. Zusätzlich schreibt die Pipeline die Originalmaße in ein Manifest, aus dem die width- und height-Attribute im HTML kommen. Jedes Ergebnis sieht sich vor dem Deployment ein Mensch an.
Kostet die Nutzung von AVIF Lizenzgebühren?
Nein. AVIF ist ein offener Standard der Alliance for Open Media, die Spezifikation ist frei verfügbar und die Referenz-Implementierung libavif quelloffen. Genau das unterscheidet AVIF von HEIC, dem technisch verwandten Format aus der Apple-Welt, das auf dem patentbelasteten HEVC-Codec aufsetzt und sich deshalb nie als Webformat durchgesetzt hat. Für eine Website heißt das: kein rechtliches Kleingedrucktes, sondern eine Encoder-Einstellung im Build.