- autor
- richard albrecht
- publiziert
- 18.06.2015
- tags
- qr-codes · mobile · technik
QR-Codes
Hauswände, Produktaufkleber, Brötchentüten: QR-Codes sind überall. Woher sie kommen, wo sie wirklich nützen, und wo sie zum Eigentor werden.
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Hauswände, Produktaufkleber, Brötchentüten, die Bahn und Co.: Wo auch immer Platz gefunden wird, werden die kleinen QR-Codes aufgeklebt und springen einem direkt ins Auge. Wissen vermitteln sollen sie, und das in einem noch nie dagewesenen Umfang. Genutzt wird das alles über eine zumeist kostenlose App auf dem Smartphone.
Kaum jemand, der ihn nicht kennt: ein kleiner quadratischer Kasten mit einem Labyrinth aus schwarzen Linien und Punkten, an drei von vier Ecken mit winzigen Quadraten. Öffnest du die vorinstallierte QR-Code-App auf dem Smartphone, lässt sich das Objekt mit einem Klick anvisieren und erfassen. Wie auf Abruf öffnet sich anschließend eine Website, die dir Informationen und Wissen vermitteln soll.
Die Erfindung der QR-Codes, so hat alles begonnen
Mit der Erfindung des QR-Codes hat das japanische Unternehmen Denso Wave einen echten Hit gelandet. 1994 erblickte der erste QR-Code das Licht der Welt. Was sich in den USA und den europäischen Ländern erst seit Kurzem rasant verbreitet, gehört im asiatischen Raum schon lange zum öffentlichen Standard. Abgesehen von der Wirtschaft hat sogar die japanische Regierung QR-Codes für sich entdeckt. Dort bekommt jeder Reisende ein kleines schwarzes Labyrinth in seinen Reisepass und kann jederzeit mit einem Klick identifiziert und kontrolliert werden. Wie zu erahnen ist, ist das nur eine von vielen weiteren Einsatzmöglichkeiten. Lizenz- und kostenfrei verbreitet sich der QR-Code mittlerweile auf der ganzen Welt.
Einsatzgebiet QR-Code: nützliches Tool oder doch Spielerei?
Wie bei jeder innovativen Erfindung wird auch mit den QR-Codes fleißig experimentiert. Haupteinsatzgebiet ist und bleibt wohl die Werbung. Welch unglaubliches Kundenpotenzial in so einem kleinen Kästchen steckt, hatte die Wirtschaft natürlich schnell für sich entdeckt: mit den eigenen Produkten werben, wo und wann auch immer, und das direkt auf dem Smartphone der Nutzer. Einfacher geht es doch nicht, oder? Natürlich lassen sich neben Werbung auch alle anderen Informationen und Daten verteilen: Direktlinks zu Videos, aktuelle Nachrichten, Kontaktdaten, E-Mails oder Geo-Daten, alles kein Problem mit dem richtigen QR-Code.
QR-Codes für unterwegs, mobile Alleskönner
Der Mensch ist immer viel beschäftigt und mobiler denn je. Man will ungern gestört werden, und wenn, dann soll es wenigstens schnell gehen. Genau dieses Prinzip greift der QR-Code auf. Sozusagen im Vorbeigehen wird er eingescannt und kann entweder direkt vor Ort oder zu einem späteren Zeitpunkt aufgerufen werden. Womöglich der nächste große Schritt Richtung mobiler Informationsquelle und innovativer Vermarktung.
Neben Zweck und Funktion sind QR-Codes auch reale Aufdrucke mit Größe und Maß. Welche Werte müssen diese haben, damit das Einscannen richtig klappt, und wie nah muss man an sie heran? So ganz geklärt scheint die Frage nicht zu sein, denn feste Vorgaben gibt es nicht. Laut Faustregel lässt sich ein QR-Code mit einer Kantenlänge von 2,5 cm aus maximal 30 cm Entfernung einscannen, zehn Meter verlangen eine Kantenlänge von mindestens 50 cm. Hier ist jedem geraten, selbst einmal so einen Scanvorgang vorzunehmen und sich mit dem QR-Code vertraut zu machen. Als kleine Hilfe findet man in der QR-App oft ein quadratisches Kästchen, das man passend auf dem Objekt platzieren muss, um einen optimalen Scan zu landen.
Die mobile Anwendung ist letztlich Sinn und Zweck der Entwicklung. Was sonst nur vom heimischen Computer ging, soll nun auch auf dem Smartphone funktionieren: mit einer One-Click-Lösung mobil Informationen abrufen, überall und zu jeder Zeit. Ob die japanische Firma damals schon wusste, welche Wellen ihr Werkzeug schlagen würde, ist unklar, eine Überraschung war es allemal.
Webeinsatz für QR-Codes, wo Sinn und Unsinn aufeinandertreffen
Auch die kleinen Alleskönner erreichen irgendwann ihre Grenzen, oder besser gesagt ihre Nützlichkeit. QR-Codes wurden ursprünglich für den mobilen Einsatz geschaffen. Niemand gibt gern lange Internetadressen in den Browser ein oder kämpft sich durch die Suchfunktion, vor allem nicht mit dem Smartphone. Wie die One-Click-Lösung schon sagt: mit einem Klick zum Ziel.
Vergleicht man QR-Codes im Web mit Fußball, käme wohl ein klares Eigentor dabei heraus. Was den Zugriff auf Daten eigentlich erleichtern soll, erschwert ihn hier nur. Im Web bewegt man sich ja per Mausklick, es reicht also ein einfacher Link, der direkt ans Ziel führt. Muss man dagegen erst das Smartphone herausholen und am Computer einen QR-Code einscannen, wird schnell klar, dass die Grenzen der Idee erreicht sind. Trotzdem existieren etliche QR-Codes im Internet, immer auf der Suche nach neugierigen Blicken. Ob diese Variante auf Dauer Erfolg hat? Vermutlich nicht.
Fundgrube QR-Code: Allzweckwaffe oder Medienhumor?
Tatsächlich erweist sich der QR-Code als überaus nützliches Werkzeug für die Kommunikation zwischen verschiedenen Parteien. Der Verwendungszweck ist vielfältig und lässt sich mit Worten kaum fassen. Bedenkt man, dass von Häusern über Autos und Leinwände bis hin zu Grabsteinen alle möglichen Flächen genutzt werden, lassen sich die Bedeutungen vielleicht ansatzweise erahnen. Die Werbekommunikation ist klarer Vorreiter, doch auch ernste Themen und interessante Informationen lassen sich hervorragend integrieren.
Einen wesentlichen Unterschied macht übrigens der Kontrast zwischen Printmedien und öffentlichem Raum. Die mobile Nutzung zielt auf eine schnell bewegte, beschäftigte Bevölkerung. Verwendet man QR-Codes in Zeitschriften oder Prospekten, ist die Situation eine andere: Die Leser sind weniger gestresst und haben mehr Zeit. QR-Codes müssen sich also ihren Nutzern anpassen. Hier kommen Direktlinks zum Einsatz, ohne Umschweife wird die Landingpage angesteuert, mobil optimiert oder nicht. Bietest du bestimmte Produkte an, sollte der Code zum passenden Angebot führen und nicht erst auf die Startseite.
Fazit
Quick-Response-Codes halten, was sie versprechen: eine schnelle Antwort mit nur einem Klick. Die Idee, den Nutzer direkt vor Ort und mit ungewohnter Geschwindigkeit abzuholen, fasziniert immer wieder von Neuem. Nützlich ist der QR-Code daher allemal. Ob als vCard in Form einer elektronischen Visitenkarte, als visuelle Produktunterstützung oder zur reinen Darstellung von Wissen, QR-Codes begleiten die Menschen täglich und erleichtern ihnen ein Stück weit das Leben. Wie kaum ein anderes Medium schaffen sie es mit Leichtigkeit, den nichtsahnenden Nutzer aus der Offline-Welt in den Online-Zustand zu transportieren.
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