Seit 2013 sind hunderte neuer Domainendungen entstanden, von .shop bis .hamburg. Welche Chancen sie bieten, welche einen zweifelhaften Ruf haben und wie Google sie bewertet.
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Eine Domain ist das Aushängeschild deines Internetunternehmens beziehungsweise deiner Website. Dabei spielt nicht nur der eigentliche Name der Domain eine wichtige Rolle, sondern auch die Domainendung, die sogenannte Top-Level-Domain (TLD), sollte passen.
Neue Top-Level-Domains seit 2013
Seit 2013 wurde eine große Anzahl neuer Domainendungen ins Leben gerufen. Das ist ein Vorteil für alle, deren Wunschname bei den alten TLDs bereits vergeben oder nur zu horrenden Preisen zu erwerben ist. Zudem kannst du mit den neuen Endungen deinen Wunschnamen einprägsamer gestalten.
Beliebt sind unter den neuen Endungen vor allem die TLDs:
.shop
.web
.berlin
.app
.bayern
.gmbh
.blog
.hamburg
.hotel
.online
Mit diesen Domainendungen kannst du tolle Namen für deine Website bilden, etwa visit.berlin oder gruenertee.shop. Doch zunächst ein Rückblick.
Zwei Arten von TLDs
Man unterscheidet zwei Arten von Top-Level-Domains:
gTLD = Generic Top-Level-Domain. Das sind TLDs, die nicht an ein bestimmtes Land gebunden und somit generisch sind. Die ursprünglichen TLDs wie .com, .org, .net, .gov, .mil werden alle als generische TLDs klassifiziert. Es gab ein paar Runden der Erweiterung auf insgesamt 22 gTLDs, bis es nun zur großen Erweiterung kam.
ccTLD = Country Code Top-Level-Domain. Die Ländercode-TLDs sind zweibuchstabige TLDs, die Ländern zugeordnet sind, hauptsächlich basierend auf der ISO-3166-Liste der Ländercodes. Beispiele sind .de (Deutschland), .at (Österreich), .ch (Schweiz) oder .dk (Dänemark). Ein Spezialfall ist .eu für die Europäische Union, die natürlich kein Land ist, aber trotzdem als ccTLD eingeordnet wird.
Nach vielen Jahren der Diskussion entschied der ICANN-Vorstand 2011, die Erstellung neuer generischer TLDs mit fast jedem Textstring (und in mehreren Zeichensätzen, also etwa arabischen oder asiatischen Schriftzeichen) zu ermöglichen, und begann das Programm „newgTLD". Das führte zu 1.930 Bewerbungen unterschiedlicher Unternehmen, neue gTLDs zu betreiben. Diese newgTLDs werden in Phasen umgesetzt, und Unternehmen wie Privatpersonen können Second-Level-Domains unter vielen dieser Domains registrieren. Mehr newgTLDs kommen fast jede Woche hinzu, und die Expansion wird sich noch viele Monate und Jahre fortsetzen.
Ein Problem bei den neuen TLDs ist allerdings, dass die meisten noch immer relativ unbekannt sind. So kann es passieren, dass viele Menschen, die deinen Namen lesen, etwa in Print-Anzeigen, ihn gar nicht als Website-Adresse wahrnehmen.
Die Kosten für die neuen Endungen sind recht unterschiedlich. Viele sind bereits ab 19 Euro im Jahr zu haben, andere kosten mehrere hundert Euro pro Jahr. Besonders preisintensiv sind Domainnamen mit der Endung .auto, sie kostet knapp 3.000 Euro jährlich.
Die Schattenseiten der neuen Top-Level-Domains
Allein zwischen 2013 und 2015 wurden rund 750 neue TLDs freigeschaltet. Bei einer so großen Auswahl kann man sich fragen, wer all diese Endungen nutzen soll. Kritiker führen an, dass einige der neuen Top-Level-Domains vornehmlich Internet-Gaunern und Spammern dienen.
Das IT-Sicherheitsunternehmen Blue Coat hat untersucht, welche TLDs für zwielichtige Zwecke genutzt werden. Mehrere hundert Millionen Webanfragen von über 15.000 Unternehmen und 75 Millionen Internetnutzern wurden dafür analysiert.
Ganz oben in der Top 10 der zwielichtigen Endungen steht die TLD .zip. Besonders viele Internet-Strolche lockte auch die seriös klingende neue Top-Level-Domain .science an. Ein Registrar von .science bot als Werbeaktion kostenlose Domains für das erste Jahr an, dieses Angebot nutzten anscheinend vor allem unseriöse Anbieter.
Top Ten der zwielichtigen Top-Level-Domains
.zip
.review
.country
.kim
.cricket
.science
.work
.party
.gq
.link
Die meisten Top-Level-Domains sind natürlich harmlos. Die sicherste Endung soll übrigens .mil sein, die Endung des Verteidigungsministeriums der USA.
Wenn du dich für eine der neuen Top-Level-Domains entscheidest, solltest du trotzdem darauf achten, ob die Endung nicht in einem allzu schlechten Ruf steht, sonst traut sich am Ende niemand, deine Seite zu besuchen.
Die neuen Top-Level-Domains in der Google-Suche
Eine wichtige Frage, die sich Nutzer der neuen Top-Level-Domains stellen, ist, ob Suchmaschinen sie anders behandeln als die etablierten Domains. Google selbst gibt an, dass kein Unterschied in der Bewertung der neuen und der alten TLDs gemacht wird. Wenn du für deine Website eine der neuen TLDs wählst, entstehen dir keine Nachteile bei der Platzierung, allerdings auch keine Vorteile. Selbst wenn die Endung deiner Domain ein Keyword enthält, wirkt sich das kaum aufs Ranking aus. Keywords innerhalb von Domainnamen haben als Rankingfaktor grundsätzlich an Relevanz verloren.
Tipp: Wenn du ohnehin auf der Suche nach einem geeigneten Domainnamen bist, überlege dir auch, ob es sinnvoll sein könnte, deinen Namen mit verschiedenen Endungen zu sichern, etwa verschiedenen Länderendungen, wenn du international agierst.
// domain-check: viele endungen auf einen blick prüfen
Überprüfe, ob deine Wunschdomain noch frei ist. Du kannst sowohl die deutsche Endung .de als auch gebräuchliche europäische und internationale Endungen und neue TLDs prüfen. Zum Domain-Check für alle Domainendungen.
Komplette Liste der neuen Top-Level-Domains
Seit 2013 kamen weit über tausend neue generische Endungen dazu. Diese 569 neuen gTLDs sind frei registrierbar — jede und jeder kann sie für eine Website nutzen (alphabetisch):
Nicht frei registrierbar sind dagegen die geschlossenen Marken-Endungen (dot-brands): Sie gehören jeweils einem Konzern und werden nicht an die Öffentlichkeit verkauft — etwa .bmw (nur BMW) oder .google (nur Google). Diese 446 Endungen kannst du also nicht registrieren:
Dazu kommen 66 internationalisierte Endungen (IDN), die lokale Schriftsätze erlauben — etwa .游戏 (Spiele), .网络 (Netzwerk), .在线 (online), .рус oder .كوم.